Pipi Tipi, Küchenrolle und tanzende Elfen – Wickelroutine einer Zweifach-Mama

Pipi Tipi, Küchenrolle und tanzende Elfen – ja, tatsächlich sind dies drei Dinge, welche für unsere Wickelroutine stehen. Zugegeben, klingt ein wenig verrückt, aber so ist er, der Alltag mit meinen zwei Kindern. Herrlich verrückt, manchmal auch anstrengend und vor allem eines: schön. Schön finden wir beispielsweise auch die zahlreichen Wickeleinheiten innerhalb von 24 Stunden und da kommen so einige zusammen. Denn für uns ist das Wickeln nicht nur Pflicht und nötiges Übel, sondern vor allem auch intensive Zeit mit den Kindern. Zeit in welcher wir uns voll und ganz den Buben zuwenden, ohne nebenbei noch andere Sachen zu erledigen.

Da ich schon häufig über meine Sozialen Kanäle gefragt wurde, wie denn unsere Wickelroutine aussieht, möchte ich euch heute gerne einen kleinen Einblick geben. Ihr bekommt unseren Wickeltisch zu sehen, ich stelle euch ein paar Pflegeutensilien vor und verrate, was die „Wickelunterschiede“ bei unserem Großen und dem Augustbaby sind. Außerdem soll es in diesem Artikel auch darum gehen, warum es so wichtig ist, dem Kind beim Wickeln zugewandt zu sein und diesen doch intimen Moment nicht als „rucki zucki“ Angelegenheit abzuwickeln (oh, ein Wortspiel…).
Anmerkung aus dem Alltag: natürlich muss es hin und wieder schnell gehen und Lieder, Strampeleinheiten und Co. müssen bis zur nächsten Wickelrunde warten…

Unser Wickeltisch

Wir haben uns gegen einen klassischen Wickeltisch entschieden und einfach einen Aufsatz für unsere Kommode vom Schweden gebaut. Wer kein ambitionierter Handwerker ist, kann solch einen Aufsatz auch easy peasy über das Internet bestellen. Der Vorteil unserer Lösung: benötigen wir keinen Wickeltisch mehr, so kann der Aufsatz einfach abgebaut werden und die Kommode leistet weiterhin gute Dienste. Denn sie bietet wirklich massig Platz, was mit zwei Kids natürlich immer ein Vorteil ist. Sowohl innen, als auch obendrauf. Denn nicht selten kommt es seit neustem vor, dass beide Buben gemeinsam auf dem Wickeltisch liegen. War es vor der Geburt unseres Augustbuben unserem zweijährigen Sohn kurzzeitig lieber, auf dem Boden gewickelt zu werden (am besten umgeben von all seinen Baggern, welche zuschauen mussten), liegt bzw. setzt er sich nun gerne neben seinen kleinen Bruder.

Auf dem Wickeltisch haben wir eine Unterlage mit abnehmbarem und waschbaren Bezug aus Bio-Baumwolle liegen. Außerdem stehen einige Körbchen und Schalen bereit, in welchen sich das Wickelgedöns-Chaos gut organisieren lässt. Windeln, Tücher, Cremes, Schere, Bürste, Watte und Co. finden darin Platz. Über dem Wickeltisch haben wir eine Wärmelampe befestigt, welche vor allem an kühleren Tagen zum Einsatz kommt. Bei unserem nun fast sechs Wochen alten Sohn machen wir sie jedoch eigentlich immer an. Sie sorgt für eine schöne, wohlige Wärme.
Ja, und dann gibt es noch eine Lampe, an welcher wir zwei Haken befestigt haben, um Schnullerketten, Bernsteinketten usw. ordentlich verstauen zu können.

Pflegeprodukte und Helferchen für Klein und Groß

Hier unterteile ich am besten in „Baby“ und „zweijähriges Kind“, denn was die Pflegeprodukte betrifft, unterscheidet es sich bei uns doch sehr.

Gerade für die Anfangszeit lautet unser Motto „weniger ist mehr“. Nein, nicht weniger Windeln wechseln, sondern weniger Produkte. Zum Saubermachen nutzen wir lediglich warmes Wasser und Wattepads oder auch waschbare, kleine Läppchen. Sollten wir dennoch mal etwas zusätzliche Pflege benötigen, greifen wir auf naturreines Mandelöl zurück. Ein kleiner Tipp: bei leicht geröteten Babypopos einfach ein bisschen Heilwolle in die Windel legen. Klingt vielleicht etwas komisch, kann aber wirklich Wunder bewirken.

Wie bereits oben erwähnt machen wir die Wärmelampe eigentlich bei jedem Wickeln des Babys an. Vor allem dann, wenn wir es eine Weile nackt strampeln lassen. Unser Bubi liebt das sehr. Aber nicht nur das Strampeln scheint er zu lieben, sondern auch das „Open-Air pinkeln“ ;). Und so lege ich in der Regel ein zusätzliches (Hand-)Tuch auf die Wickelunterlage, um diese nicht ständig wechseln zu müssen. Sollte mal ein größeres Geschäft im Anmarsch sein – zack ein Stück Küchenpapier unter den Popo legen. Wichtig: es muss das 4-lagige sein, sonst kann man es gleich sein lassen und die Unterlage bzw. das Tuch in den Wäschekorb werfen. Auch ein klasse Helferlein ist ein sog. Pipi-Tipi. Das kleine Zelt sorgt dafür, dass Mama oder Papa nicht getroffen werden.

Beim Großen nutzen wir für das Waschen klassische Feuchttücher. Irgendwann, ich glaube unser Sohn war zu diesem Zeitpunkt ein Jahr alt, bin ich von Wasser und Watte auf Tücher umgestiegen. Zudem kommen bei ihm auch Cremes zum Einsatz wenn Rötungen vorhanden sind. Super wichtig ist übrigens auch „seine Creme“, mit welcher er sich nach dem Baden gerne von Kopf bis Fuß einschmiert. Ja, manchmal ist er so voller Creme, dass es fast sinnvoll wäre, nochmals zu baden. ;)

Für beide Buben haben wir dann noch eine Bürste, Wattestäbchen, eine Nagelschere und Taschentücher parat.

Sprüche, Lieder, Babymassage und Quatsch

Man muss es sich mal vorstellen, pro Jahr wickelt man sein Kind über 2.000 mal! Man verbringt also viel Zeit vor dem Wickeltisch, weswegen man diese Zeit auf alle Fälle schön gestalten sollte. Mit Zeit und Muße, damit die Kleinen sich wohlfühlen und das Wickeln für niemanden zur Last wird. Natürlich, wie erwähnt, es muss auch mal flott gehen – gar kein Thema, solange man sich beim nächsten Mal wieder mehr Zeit nimmt. So sehe ich das zumindest.

Bei uns ist das Wickeln mit Lieder singen, einer kleinen Babymassage oder auch einfach nur Quatsch machen verbunden. Ein Highlight ist definitiv das Mobile, welches über dem Wickeltisch hängt. Unser kleiner Racker hat es bereits entdeckt und schaut ganz gebannt den Feen bzw. Elfen beim Tanzen zu. Bereits sein großer Bruder war ein riesiger Fan des Feenreigens, weswegen wir vor einer ganzen Weile ein passendes Liedchen gedichtet haben:

Da oben, da fliegen die Elfen durch die Luft,
und jede tanzt nach ihrer Lust.
Die Rote, die Gelbe, die Grüne, die Blaue;
komm und schaue.
Und ganz vorne da fliegt die rosa Madame,
weil sie so gut wirbeln kann.
Und zum Schluss da kommt der grüne Mann,
weil er besonders gut aufpassen kann.

Haben unsere Söhne Bauchschmerzen, dann massieren wir ihnen gerne das Bäuchlein (immer im Uhrzeigersinn) oder auch die Füße (als würde man kleine Kugeln einmassieren). Hierfür verwenden wir ein Öl mit Kümmel und Fenchel. Dabei entspannen die beiden wunderbar und häufig wird auch das Bauchziepen besser.

Hat unser Großer mal so gar keine Lust auf eine frische Windel, da er gerade sehr in sein Spiel vertieft ist, dann kann man ihn meist auf den Wickeltisch locken, indem er sein Spielzeug mitnehmen darf. Der Bagger schaut dann beispielsweise zu und wird von mir mit einbezogen. Nein, er baggert nicht die volle Windeln in den Mülleimer, aber er darf daneben stehen, zuschauen und ich sage beispielsweise: „Na schau mal Bagger, so flott bekommt der Bauarbeiter nun eine frische Windel und dann geht’s auch schon wieder ab auf die Baustelle“.

Wickeln in der Nacht

Nachts wickeln wir in der Regel lediglich unser Augustbaby, beim Großen ist ein Wechseln der Windel meist nicht notwendig. Ausnahmen gibt es natürlich immer mal.
Da der Kleine bei uns im Schlafzimmer im Beistellbett schläft, wickel ich ihn nachts einfach auf unserem Bett. So kann der große Bruder ungestört weiterschlafen und auch das Baby bleibt in seiner Schlafumgebung.
Für das Wickeln auf dem Bett liegen bzw. stehen Wickelunterlage, Watte, Wasser und ein paar Windeln bereit. Damit ich etwas Licht habe, knipse ich meist einfach mein Stilllicht an.

Für uns hat es sich als sehr sinnvoll erwiesen, wenn wir beim Wickeln in der Nacht ein paar Dinge beachten, um den Nachtschlaf der Kids nicht zu stören:

Gedimmtes Licht
Ruhig verhalten, keine wilden Lieder o.ä.
Sehr leise sprechen
Keine langen Strampeleinheiten

Wickeln unterwegs…

Für unterwegs habe ich immer zwei kleine Täschchen (pro Bub eines) mit den wichtigsten Wickelutensilien dabei. Eine Wickeltasche nutze ich derzeit übrigens nicht, ich nehme eine ganz normale, große Handtasche. In dieser verstaue ich dann die kleinen Wickelbeutel.

Ich hoffe, mein Artikel hat euch gefallen? Natürlich gibt es zahlreiche Wickelroutinen und Wickelgewohnheiten. Jede Familie muss die für sie Passende finden und vielleicht auch hin und wieder optimieren. Manch einer mag so z.B. ganz auf einen Wickeltisch verzichten, andere wickeln mit Stoff und die nächsten lassen die Windeln einfach Windeln sein und praktizieren windelfrei. Ja, jeder wie er mag – aber hoffentlich stets mit viel Freude und ganz wenig „Muss“. Wickeln ist so schön, wenn man auf das Kind eingeht, mit ihm singt, spielt oder auch einfach ganz viel Quatsch macht. Die Kinder spüren die positive Zuwendung, fühlen sich wohl und können mit uns Eltern wunderbar kommunizieren. Sei es per Augenkontakt, „Brabbeln“ oder später auch mit ersten Wörtern und Sätzen.

Bis bald
Eure Frauke

 

Kommentare

Was für ein schöner und ausführlicher Artikel. Ich liebe es beim Wickeln – gerade morgen und abends wenn wir uns dafür ganz viel Zeit nehmen – mit unserer Kleinen dabei ein paar Späße zu machen, den Bauch blubbern, etc. Da sie in letzter Zeit allerdings manchmal nicht zu gerne zum Wickeln wollte brauchten wir eine kleine „Motivation“ und die ist nun unser „Wickel-Tier“. Das ist eine selbst gemachte SockenPuppe, die beim Wickeln immer mal wieder vorbei kommt und etwas erzählt, singt, Sachen stibitz oder kitzelt. Die Kleine hat damit so viel Spaß, dass ihr Protest gegen eine frische Windel meist sehr schnell verfliegt.
Liebe Grüße, Reise-Mama Wibke (www.reise-mama.de)

Reise-Mama Wibke

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