Muss das Baby immer ein Bäuerchen machen?

Um die Antwort gleich auf den Punkt zu bringen: Das Baby muss nicht immer ein Bäuerchen machen, sollte aber die Möglichkeit dazu haben.

Aber von vorn: Das Bäuerchen ist das Aufstoßen von Luft nach einer (Milch-) Mahlzeit. Je nachdem wie das Kind trinkt, gelangt mehr oder weniger Luft in den kleinen Bauch. Und die kann dann dort so sehr drücken, dass es dem Baby weh tut. Trinkt ein Kind sehr hektisch und unruhig, gelangt meist mehr Luft in den Bauch als wenn ein Baby gemächlich und mit viel Ruhe trinkt. Kinder, die aus der Flasche trinken, haben häufiger mit Luft im Bauch zu kämpfen als gestillte Kinder, aber auch bei diesen kommt es vor.

Hilfestellungen fürs Baby

Um also zu vermeiden, dass das Baby nach dem Trinken von der Luft im Bauch Bauchweh bekommt, ist es gut, das Kind dabei zu unterstützen, ein Bäuerchen zu machen und somit die Luft gleich wieder herauszubringen. Dazu gibt es ganz einfache Hilfestellungen.

1. Das Baby an die Schulter nehmen, dabei ruht das Köpfchen auf deiner Schulter und du kannst sanft den Rücken zwischen den Schulterblättern streichen oder klopfen. Es ist eine ganz sanfte und vorsichtige Bewegung, die kaum Kraft benötigt. Die meisten Kinder genießen es sehr, wenn dabei sanft gewippt oder geschaukelt wird.

2. Das Baby wird in den sogenannten Fliegergriff genommen. Dabei liegt das Baby auf dem Unterarm, vor deinem Bauch. Sein Köpfchen ruht in deiner Armbeuge. So wird der Bauch ganz automatisch ein bisschen massiert. Du kannst gleichzeitig den Rücken von unten nach oben streichen (also Richtung Kopf), denn dahin soll ja die Luft entweichen.

Diese Variante eignet sich nicht gut für Kinder, die nach dem Trinken dazu neigen, Milch wieder auszuspucken. Für diese Kinder eignet sich die aufrechte Haltung (wie unter 1. beschrieben) besser.

Bäuerchen zwischendurch

Manchen Kindern tut es auch gut, während der Mahlzeit eine Pause und ein Bäuerchen zu machen und danach weiter zu trinken. Das merkst du zum Beispiel daran, dass das Baby schon beim Trinken unruhig und zappelig wird und immer wieder Pause macht, obwohl es eigentlich noch weiter trinken möchte – dann drückt die Luft im Bauch. Nach dem  Aufstoßen wird es wieder ruhiger weiter trinken können. Andere Kinder hingegen machen nie ein Bäuerchen. Und bei wieder anderen kommt mit dem Bäuerchen auch noch ein Schwung Milch mit heraus.

Die Experten sind die Eltern

Die Antwort auf die Frage, ob das Baby ein Bäuerchen machen muss, können also nur die Experten für dieses Kind beantworten: ihr Eltern. Denn ihr merkt ganz schnell, ob euer Baby ein Bäuerchen braucht oder nicht. Wenn das Baby nach dem Trinken weint und es ihm offensichtlich nicht gut geht, ist es gut, es in eine Position zu bringen, in der es gut ein Bäuerchen machen kann (siehe Hilfestellungen oben!). Wenn die Luft dann herauskommt und es dem Baby danach besser geht, dann brauchte es das Bäuerchen und wird es vielleicht auch nach der nächsten Mahlzeit brauchen. Ist das Baby nach dem Trinken ganz zufrieden und schläft selig und ruhig, braucht es offensichtlich kein Bäuerchen zu machen. Ein Baby, das beim Stillen einschläft, muss nicht extra geweckt werden- es sei denn, ihr Eltern macht die Erfahrung, dass die Bauchschmerzen sonst später kommen.

Es dauert vielleicht ein paar Tage – und dann kann es sich auch immer wieder verändern –, bis ihr herausgefunden habt, ob euer Baby ein Bäuerchen machen muss oder nicht. Im Zweifelsfall nehmt ihr das Baby in eine Position, die es ihm leichter machen würde (wie oben beschrieben) und wenn dann keins kommt, ist es auch ok.

Besondere Situationen, wie zum Beispiel ein Baby mit einem Reflux (dem krankhaften Rücklauf der Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre), müssen mit einem Kinderarzt besprochen werden.

 

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