Kinderfreundschaften: Vom Saison-Kameraden zum Freund fürs Leben

Endlich lässt sich die Sonne wieder blicken! Nach den langen Regentagen in diesem Frühjahr können wir endlich wieder mit den Kindern vor die Tür gehen, ohne nasse Füße zu bekommen.

Kennt ihr auch das Phänomen der Saison-Freunde? In den kalten und regnerischen Monaten spielt sich viel in den eigenen vier Wänden ab. Die Kinder malen und basteln am Küchentisch. Sie toben über die Betten und dürfen auch mal Fernsehen schauen. Ab und zu kommen Freunde zu Besuch. Aber bei vielen Familien ist die Winterzeit eine ganz intensive Familienzeit. Ist es nicht schön zu sehen, wie bei den ersten Sonnenstrahlen alle wieder aus ihren Häusern strömen und es sie förmlich ins Freie zieht?

Wenn der Frühling kommt, blühen mit den ersten Knospen auch die Kinderfreundschaften wieder auf. Kleinkinder haben noch keine feste Freundesclique, mit der sie sich regelmäßig treffen, sondern eher Spielplatz-Bekanntschaften ­– kleine Kameraden, die man vorwiegend in der Outdoor-Saison trifft.

Das Stauen ist groß, wenn man sieht, wie die kleinen Babys, die vor ein paar Monaten noch recht hilflos und unmotiviert im Sandkasten gehockt haben, plötzlich sprechen, krabbeln und laufen können. Da fällt einem auf, dass auch die eigenen Kinder ganz nebenbei wieder jede Menge Meilensteine erreicht haben. Als hätten sie in den kalten Monaten zu Hause ihre Akkus aufgeladen, um fit für die Sommerzeit zu werden.

Während die kleinen Kinder im Sandkasten die ersten zarten Freundschaftsbande knüpfen, haben die Größeren oft schon ihre feste Clique, die nur darauf wartet, endlich wieder um die Häuser ziehen zu können. Aus ihren Saison-Kameraden sind echte Freunde geworden, von denen einige vielleicht ein Leben lang bleiben werden.

Für Kinder stecken die Sommertage voller Abenteuer: Auf dem Spielplatz, im Park oder im Garten herumtollen oder mit dem Fahrrad oder Roller die Nachbarschaft erkunden – mit Freunden macht das alles viel mehr Spaß. Es ruft die Freiheit, die mit jeder Sommersaison größer wird. Von Jahr zu Jahr wird der Radius, in dem die Kinder ganz allein ihre Welt entdecken, immer größer. Immer weniger müssen wir Eltern dabei sein und ein wachsames Auge auf sie werfen. Jeder Sommer ist ein großer Schritt in Richtung Selbständigkeit. So schön das ist, ist es für so manche Mama auch mit ein bisschen Wehmut verbunden, ich gebe es zu – auch für mich.

Dass bei so viel Entdeckerfreude und Freiheitsdrang mal ein Knie aufgeschürft wird, lässt sich nicht vermeiden. Wenn meine Kinder nach einem langen Tag draußen nach Hause kommen, liegen die Pflaster und Kühlpads schon griffbereit im Flur. Fürs Trösten, Pusten und Pflasterkleben ist die Mama auch bei den großen Kids noch gefragt. Meist ist der Schmerz schnell wieder vergessen. Wenn der Eismann läutet, rennen sie sofort wieder auf die Straße. Wie könnte ein warmer Sommertag schöner ausklingen, als bei einem leckeren Eis mit Freunden?

 

 

Kommentare

Bisher keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar