Babys weinen – gefühlt rund um die Uhr

Babys weinen – manche gefühlt rund um die Uhr. Besonders in den ersten Wochen und immer gegen Abend sind viele Säuglinge sehr unruhig und schreien lang und ausgiebig. Das kann sehr belastend sein. Kein Wunder also, dass wir bei ElternLeben.de viele Fragen verzweifelter Mütter und Väter erhalten, die am Ende ihrer Kräfte sind, weil sie schon viele Nächte nicht mehr durchgeschlafen haben. Sie probieren alles mögliche aus, gehen stundenlang im Zimmer auf und ab. Ja, es soll sogar Väter geben, die den Säugling ins Auto packen und nachts um vier um den Block fahren, damit endlich Ruhe ist.

Was kannst du tun, wenn dein Baby weint?

Zunächst solltest du die Ursache suchen: Hunger, volle Windel, wunder Po, Verdauungsprobleme. Weinen ist besonders am Anfang die einzige Möglichkeit für dein Baby, um sich zu äußern. Durch Beobachten deines Babys wirst du von Tag zu Tag die Signale besser verstehen können, die es dir sendet. Du wirst lernen, darauf zu reagieren: mit Füttern gegen Hunger, Wickeln, Cremen oder Windelpause gegen wunden Po, mit Massage und „Fliegergriff“ gegen Verdauungsprobleme. All das gehört zum ganz normalen, anstrengenden Baby-Alltag.

Schwierig wird es vor allem dann, wenn du die Ursache nicht erkennen kannst und wenn dein Baby trotzdem unruhig ist und weint. Du hast gefüttert und gewickelt – aber nichts hilft. Du fragst dich: Was mache ich falsch? Warum hört es nicht auf zu weinen?

Dann kann es sein, dass dein Baby schlicht und einfach Stress abbauen muss. Weinen – das ist eine ganz wichtige Lektion für Eltern – gehört einfach dazu. Es ist genauso wichtig wie lachen, sprechen, krabbeln.

Versuche deine Haltung zu ändern und deinem Baby ein Recht zum Weinen zu geben. Damit meine ich nicht, dass du es stundenlang schreien lassen sollst ohne dich zu kümmern. Das ist genauso falsch wie das ständige Unterdrücken des Weinens mit Schnullern oder der Brust. Beides – zusehen und nicht reagieren einerseits und sofort unterbinden andererseits – führt dazu, dass dein Baby nicht lernt, sich selbst zu regulieren. Der angestaute Stress kann nicht abgebaut werden und die Brust wird nicht mit „Hunger“ in Verbindung gebracht, sondern logischerweise mit Stress.

Wie kannst du angemessen reagieren? Experten empfehlen, das Baby im Arm zu halten, sich mit ihm gemeinsam hinzusetzen, es zu streicheln, ihm sanft und leise zuzureden. Wichtig ist, dass dein Baby deine Nähe spürt – und dennoch alles herauslassen darf, was es belastet. Wie gesagt: Wenn dein Baby Hunger hat, wird das nichts nützen – und auch Blähungen verschwinden nicht durch gutes Zureden. Dann helfen nur Füttern bzw. Massieren, Tragen oder Tees.

Aber wenn dein Baby das nächste Mal scheinbar grundlos weint: Suche nicht sofort die Schuld bei dir, sondern lasse es zu. Nimm dir Zeit dafür und suche dir Unterstützung: Es tut gut, wenn du dich mit deinem Partner beim Sitzen und Trösten abwechseln kannst. Wenn ihr wisst, wann die besonders kritische Phase ist, solltet ihr zu dieser Tageszeit weder Besuch einladen noch drängende Termin planen. Ihr könnt euch auch zusätzliche Unterstützung holen: Die Organisation wellcome vermittelt in vielen Städten z.B. erfahrene Ehrenamtliche.

Und natürlich gilt das alles auch für dich selbst: Wenn dir alles zu viel wird, darfst auch du deinen Tränen freien Lauf lassen. Das hilft auch dir, Stress abzubauen statt ihn in dich hineinzufressen. Mütter müssen nicht immer strahlend vor Glück sein und Väter nicht immer mit breitem Grinsen durch die Gegend laufen. Ihr macht einen tollen Job – und der ist ab und zu eben auch sehr anstrengend.

Ach ja, wir von ElternLeben.de sind gerne für euch da – mit Informationen, Expertengruppen und einer Online-Beratung. Schaut doch mal vorbei!

Rose Volz-Schmidt

 

 

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