Adventszeit

In unserer kleinen Familie betrachten wir die gesamte Vorweihnachtszeit als etwas besonderes. Meist war der vorangegangene November voll Arbeit und Betriebsamkeit. Doch der Dezember soll alles gemütlicher machen. Gar nicht so einfach mit zwei lebhaften Kindern. Manchmal müssen wir auch einsehen, dass die Kinder vielleicht gar nicht das Bedürfnis nach „gemütlich“ haben. Wir finden gerade erst heraus, was uns als Familie in der Adventszeit wichtig ist. Ein paar Traditionen haben wir aber tatsächlich schon etabliert.

Mit einer Dreijährigen und einem Einjährigen sind die Bräuche der Adventszeit natürlich noch recht frisch. Jede Lichterkette bringt Freude. Jede Dekoration muss händisch geprüft werden. Die Vorweihnachtszeit beginnt für uns mit einem traditionellen Einkauf von Weihnachtsdekoration. Nicht irgendwo. Nein, wir fahren in ein ganz bestimmtes Gartencenter direkt hinter der holländischen Grenze. Meine Tochter wusste noch, dass es dort ein Karussell, Dekoration und einen Kinderbereich gibt. Der kleine Ausflug ist auch mit Stress verbunden. Dennoch freuen wir uns zu Hause dann über die kleinen mitgebrachten Trophäen. Manchen Weihnachtsschmuck beschrifte ich mit der Jahreszahl, so dass ich später noch weiß, wann wir das gute Stück gekauft haben.

Das gemeinsame Backen steht ebenso auf der Liste, wie der selbst befüllte Adventskalender. Beim Backen kann meine Große mittlerweile schon gut mitmachen. Sie hat Freude daran, ihre Werke zu vollenden. Der Kleine wird wohl erst im nächsten Jahr aktiv Plätzchen gestalten. Einen eigenen Adventskalender bekommt er auch erst mit zwei Jahren. Seine Schwester hingegen weiß bereits genau, wie das mit den Türchen funktioniert. Mir fällt es fast etwas schwer, aber ich versuche Maß zu halten. Ich finde es wichtig, dass die Kinder mit dem Adventskalender „Vorfreude“ und „Geduld“ lernen. Es muss nicht jeden Tag ein Highlight im Kalender stecken.

Den Weihnachtsbaum stellen wir bereits zum ersten Advent auf. Wir nehmen das Risiko hin, dass der Baum an Weihnachten vielleicht etwas knusprig ist. Jedoch genießen wir über die vier Wochen seinen Anblick. In diesem Jahr hat meine Tochter den Baum mit ausgesucht und zu Hause stolz geschmückt. Erst später, zum dritten Advent, stellen wir unsere Krippe auf. Sie ist ein Erbstück und nicht mehr ganz so rüstig. Meine Tochter liebt es, mit den Krippenfiguren zu spielen. Sie spricht schon seit dem Sommer davon, dass wir zu Weihnachten auch endlich wieder die Krippe aufstellen sollen.

Ich denke, in fünf Jahren haben sich noch weitere Traditionen der Adventszeit für uns heraus kristallisiert. Gemeinsam Filme gucken, Frühstück im Bett, Besuche von Weihnachtsmärkten oder Schlittschuhlaufen. Denkbar ist vieles. Jetzt gehen wir es mit zwei Kleinkindern langsam an. Derzeit hätten sie nicht viel Freude durch überfüllte Märkte zu laufen, um einmal Karussell zu fahren oder eine Waffel zu essen. Wir wollen uns die Zeit geben, jedes Jahr entsprechend der Bedürfnisse unserer Kinder, Neues zu etablieren und Altes beizubehalten. Wichtig ist uns in erster Linie, das Wir-Gefühl als Familie in dieser Jahreszeit zu stärken.

 

Kommentare

Bisher keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar