Sonnenschutz

Oh, wie wunderbar sind diese Sonnentage, wenn die Babys auf einer Decke auf dem Rasen liegen und die Kinder barfuß durch die Gegend hüpfen können. Wenn man einfach so vor die Tür gehen kann, ohne die Kinder in sämtliche Schichten an warmer Kleidung, bestehend aus Strumpfhose, Hose, Wollsocken, Pullover, Weste, Regenhose – ach all diese Sachen eben – zu hüllen. Puh! Alles scheint ein bisschen leichter an diesen Tagen.

Wenn da nicht die Sorge vor der Sonne wäre. Und diese Sorge ist gerechtfertigt. Die Haut von Babys und Kindern muss unbedingt vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Erst ab dem zweiten Lebensjahr beginnt die Haut eine Schutzfunktion vor UV-Strahlen zu bilden. Dieser Prozess dauert Jahre und ist erst ab der Pubertät vollkommen abgeschlossen. Schäden der Haut, die in den ersten Lebensjahren entstehen, können fatale Folgen haben. Ein einziger Sonnenbrand kann große Auswirkungen auf die Gesundheit der Haut im weiteren Leben haben. So steigt das Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erleiden um ein Vielfaches nach einem Sonnenbrand im Keinkindalter.

Darum hier ein paar Tipps…

Für Babys:

    • – Im ersten Lebensjahr gehören Kinder nicht in die direkte Sonne. Das bedeutet, dass sie sich idealerweise im Schatten aufhalten. Im Kinderwagen eignet sich ein Sonnenschirm oder ein Sonnensegel, im Tragetuch kann zusätzlich durch Mullwindeln, die die unbedeckten Stellen schützen, Schatten gespendet werden. Es ist gut darauf zu achten, dass keine direkten Sonnenstrahlen auf die Haut gelangen.
    • – Auch im Schatten sollte der Körper IMMER mit einer dünnen Lage Kleidung bedeckt sein. Gesicht, Händchen und Füßchen können unter freiem Himmel nackig sein, der Rest des Körpers nicht. Denn auch im Schatten treffen UV Strahlen auf die Haut. Es gibt Sonnenkleidung mit UV-Schutz. Am Strand oder Badesee macht diese Kleidung auch im Schatten Sinn. Ansonsten reicht ggf. auch dünne Baumwoll -oder Wolle/Seide-Kleidung.

Für alle Kinder:

    • – Kinder sollten sich nach Möglichkeit nicht in der direkten Sonne aufhalten.
    • – Der beste Schutz vor Sonneneinstrahlung ist dünne Kleidung. Ist die Sonneneinstrahlung sehr hoch, sollte auf Kleidung mit speziellem UV-Schutz zurückgegriffen werden.
    • – Unbedeckte Körperstellen (Hände, Gesicht und Füße) werden mit Sonnencreme eingecremt.
    • – Babys und Kinder sollten unter freiem Himmel IMMER eine Kopfbedeckung tragen – in der Sonne und im Schatten.
    • – An hochsommerlichen Tagen halten sich Babys und Kleinkinder zumindest über die Mittagszeit besser im Haus auf.

Das Ziel muss unbedingt sein, dass kein Kind einen Sonnenbrand erleidet. Auch keinen kleinen!

Die Frage nach der richtigen Sonnencreme beschäftigt viele Eltern. Grundsätzlich ist zu mineralischen Sonnencremes zu raten, da chemische Cremes eine Hormonwirkung haben können. Der Lichtschutzfaktor (LSF) sollte mindestens 30 betragen, bei empfindlicher Haut ist ein LSF von 50 zu empfehlen.

Wichtiger als die Auswahl der besten Sonnencreme ist  die Anwendung der Sonnencreme. Hier gibt es einige Verwendungshinweise:

  • – Der Lichtschutzfaktor muss ausreichend hoch sein
  • – Die Creme sollte möglichst großzügig aufgetragen werden. Hier gilt: mehr ist mehr.
  • – Die Haut muss regelmäßig neu eingecremt werden. Besonders nach dem Baden (auch bei wasserfesten Sonnencremes!) ist darauf zu achten.
  • – Es gibt keine Einwirkdauer, die zu beachten ist.

Natürlich ist dies ein Aufwand, aber es lohnt sich. Denn die Hautgesundheit unserer Kinder ist unbedingt schützenswert.

 

 

Kommentare

Vielen Dank für diesen Artikel!
Das Thema „Sonnenschutz“ und richtige Kleidung beschäftigt mich auch gerade sehr. Ich trage unsere Tochter (5 Monate) viel im Tragetuch und achte darauf, dass sie keine direkte Sonne abbekommt. Gibt es irgendwelche Tipps, wie ich ihr eine Art „Sonnendach“ mit Mullwindeln oder Ähnlichem basteln könnte? Klar hat sie eine Mütze auf, aber ins Gesicht scheint trotzdem ab und an die Sonne – außerdem habe ich immer Angst, dass es ihr zu heiß wird – ich schwitze zumindest ordentlich beim Tragen :)
Vielen Dank und liebe Grüße!
Sandra

Sandra
    Jule Tilgner

    Liebe Sandra, wie schön, dass du deine Tochter viel trägst. Da es ein bisschen darauf ankommt, wie du dein Tragetuch bindest, also wo die Tuchstränge verlaufen und wie weit der Kopf deines Kindes herausschaut, kann ich dir keine pauschale „Sonnensegelantwort“ geben. Aber meist lässt sich die Mullwindel doch irgendwo ganz gut unterschieben so dass das Kind geschützt ist. Mach dir da auf keinen all zu großen Stress, gelegentlich ein paar Sonnenstrahlen im Tragetuch sind sicher ok.
    Wenn es richtig schön warm ist, kannst du dein Kind nur mit der Windel und evtl. einem Hemdchen (zum Beispiel aus Wolle-Seide) bekleidet ins Tuch nehmen. Schwitzen an sich ist ja kein Problem. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind zu sehr schwitzt, das kannst du am besten im Nacken tasten, nimm sie ruhig raus aus dem Tuch und lass sie sich ein bisschen abkühlen. Dass du als Tragende schwitzt, ist auch darin begründet, dass du zusätzliche Last trägst und rund herum mit dem Tuch eingewickelt bist. Natürlich kannst du auch einfach nur einen Bikini anziehen, wenn du das magst. Dann lege zwischen dich und dein Kind eine Mullwindel, Haut an Haut lässt uns nämlich am meisten schwitzen.
    Alles Gute, Jule

    Jule Tilgner

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